7. Mai 2020

Ultralockere Geldpolitik und die Japanisierung der Welt

In Japan ist die Vermögenspreisblase in den 1990er-Jahren geplatzt. In einem Webinar wollen wir den ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen davon auf den Grund gehen. Gleichzeitig soll zur Diskussion stehen, ob wir uns im Westen auf dem Weg in eine Japanisierung der Lebensumstände befinden?

In der westlichen Welt wurde die Coronakrise mit keynesianischen Konjunkturpaketen, Nullzinsen und umfangreichen Vermögenszukäufen bekämpft. Geht es um solche ultralockeren Geldpolitikmassnahmen, wird Japan oft als Beispiel angeführt, das dem Rest der westlichen Welt weit voraus ist.

Japan war einst eine weltweit gefürchtete innovative Erfindernation, die mit ihrer Spitzentechnologie jeden Winkel westlicher Haushalte infiltrieren würde. Ein paar Jahrzehnte später hat Japans Innovationskraft deutlich abgenommen, die wahren Technologie-Innovatoren sind im Nachbarland China oder in den USA zu Hause. Wenn man sich verschiedene Zahlen im Land der aufgehenden Sonne ansieht, könnte man versucht sein, zu schlussfolgern, dass die Sonne eher runtergeht. Das reale Wirtschaftswachstum ist seit 1990 bei durchschnittlich 1 Prozent pro Jahr stecken geblieben. Die Realzinsen für Ersparnisse liegen seit 1996 nahe null. Und die Reallöhne sind seit 1998 im Durchschnitt um ein halbes Prozent pro Jahr gesunken.

Es wird allgemein argumentiert, dass sich Japan in einer Nullzins-Deflationsfalle befindet, die mit dem Platzen der Vermögensblase in den 90er-Jahren begann. Da die geldpolitischen Massnahmen der westlichen Zentralbanken immer mehr denen der japanischen Zentralbank ähneln, argumentieren Ökonomen und Analysten, dass in Europa und den USA eine fortschreitende Japanisierung der Welt – mit all ihren schrecklichen Auswirkungen – unumgänglich sei. Mit Prof. Gunther Schnabl von der Universität Leipzig wollen wir diese Behauptungen und Erwartungen auf den Prüfstand stellen. Prof. Schnabl ist ein hochgeschätzter und sachkundiger Ökonom auf dem Gebiet der Geldpolitik, insbesondere auch derjenigen Japans. Er hat viele interessante Forschungsarbeiten und Artikel zu diesem Thema verfasst und hat sogar selbst eine ganze Weile in Japan gelebt. Deshalb eignet er sich hervorragend für eine Diskussion dieser Themen:

Wird es tatsächlich zu einer fortschreitenden Japanisierung der Welt kommen? Wenn ja, wird der Rest der Welt mit ähnlichen Konsequenzen konfrontiert werden? Was könnte in Japan im Vergleich zum Rest der westlichen Welt anders sein? Wie dürften Investoren davon betroffen sein? 

Zeit: Mittwoch 03.06.2020 um 13:00 - 13:45 Uhr MEZ

Redner: Prof. Gunther Schnabl, Universität Leipzig / Pascal Hügli, Chief Research Schlossberg&Co / David Bühlmann, CEO Schlossberg&Co

Nehmen Sie an diesem exklusiven Webinar teil und melden Sie sich über diesen Link an.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

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