19. März 2020

Unser Ansatz in beispiellosen Zeiten

Wir leben in komplexen und dynamischen Zeiten. Geld- und Vermögensverwalter müssen einiges an Arbeit leisten, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Aus diesem Grund haben wir den Schlossberg&Co Monetary Graph erstellt. Er ist ein Navigationsinstrument, das hilft, die Welt des Geldes und der Investitionen tiefgehend zu verstehen.

Geld ist heute allgegenwärtig und nicht mehr wegzudenken. Kaum jemand kommt in unserer heutigen Gesellschaft nicht damit in Berührung – entweder es wird verdient, ausgegeben, gehalten, investiert, geklaut oder gar geschaffen.

Geschaffen wird es gerade in unlimitierten Mengen. Mit dem andauernden Einbruch der Märkte seit Ende Februar, haben die Zentralbanken auf der ganzen Welt die Geldschleusen sperrangelweit geöffnet. Eine Krise, die durch ein Virus ausgelöst zu sein scheint, soll letztlich mit immer billigerem, ja mit wertlosem Geld bekämpft werden. Denn was hat es zu bedeuten, wenn Geldmittel in unbeschränkten Mengen geschaffen werden? Die Verwirrung scheint perfekt zu sein.

Als wäre diese Verwirrung nicht schon genug, haftet dem Geld seit jeher ein paradoxes Dilemma an: Als pures Mittel (zum Zweck) ist Geld allzu vielen Menschen anrüchig, als purer Zweck wiederum wirkt es auf allzu viele Menschen götzenhaft – der schöne Mammon eben. Kritik also, ist dem Gelde gewiss.

Mit Johann Wolfgang von Goethe lässt sich in Anlehnung an sein ursprüngliches Zitat denn auch sagen: «Nach Geld drängt, am Geld hängt doch alles. Ach wir Armen!» Die Beziehung, die wir Menschen zum Gelde haben, ist letztlich eine gar zwiespältig-schizophrene. Wir sind unerlässlich darauf angewiesen, bemerken wir des Geldes Relevanz doch spätestens, wenn keines mehr vorhanden ist. Doch schon Goethe erkannte oder erahnte, dass Geld nicht nur Fluch unserer Existenz, sondern zugleich Segen unserer modernen Zivilisation ist. Ohne Geld würde die Menschheit niemals da stehen, wo sie heute steht. Materialistisch-utilitaristisch betrachtet ist Geld ein Gewinn schlechthin.

Geld ist mehr als gemeinhin gedacht

Aufgrund seines universellen Charakters und seiner Bedeutung für scheinbar alle Lebensbereiche treffen beim Thema Geld auch fast alle Ideologien feindlich aufeinander. Während Geld von den einen verteufelt wird, wird es von anderen verklärt. Obschon die verschiedenen ideologischen Betrachtungen auf das Geld stets in einem Kernpunkt an der Wahrheit kratzen, handelt es sich bei allen Betrachtungen gleichwohl nur um Flickwerk.

Wie der grosse österreichische Ökonom Carl Menger festgestellt hat, ist Geld ein soziales Phänomen und daher letztlich unfassbar komplex. Das Thema des Geldes ist ein protypisch sozialwissenschaftliches Thema und zwar insofern, dass sich an ihm in besonderer Schärfe die Schwierigkeiten der Sozialwissenschaften zeigen. So geht es um gesellschaftliche Phänomene und damit um die Interaktion von Menschen, die eine interessante Komplexität erkennen lässt. Menschliches Handeln ist niemals isoliert und stets Folge und Reaktion auf das Handeln anderer Menschen. Daraus ergeben sich Phänomene erster, zweiter, dritter und n-ter Ordnung.

Zusätzlich zur Komplexität kommen etliche Widersprüche, da menschliches Handeln an und für sich voller Widersprüche steckt. Folglich ist Geldtheorie und somit das Phänomen des Geldes eine der widersprüchlichsten und komplexesten Angelegenheit der Sozialwissenschaften überhaupt. Nur schon die Frage danach, was Geld ist, lässt sich kaum abschliessend beantworten. Zu viele Ideologien, Assoziationen und Wunschvorstellungen verschmelzen in einer möglichen Beantwortung dieser Frage. Das macht das Verständnis von Geld umso schwieriger, wenn nicht einmal klar ist, um was es im Grundsatz eigentlich geht.

Holistische Sicht ist unabdingbar

Um nicht völlig im Dunkeln zu tappen, ist eine ganzheitliche Betrachtung des Themas unabdingbar. Nur wer sich den zwangsläufig vorhandenen Widersprüchen frontal stellt, ist in der Lage, sie fruchtbar zu analysieren und zu interpretieren. Ein ganzheitlicher Ansatz beinhaltet in erster Linie Theorie. Sie ist die höchste Form der Praxis und die einzige Möglichkeit, das Reale (Theoría in ihrer ursprünglichen Bedeutung) zu betrachten. Reine Theorie ohne Praxis ist jedoch leer, schwebt in einem Vakuum und entwickelt sich zu schnell über die Realität hinaus. Eine Kombination von Theorie und Praxis ist unvermeidlich und sollte durch das Studium der Vergangenheit ergänzt werden. Die Geschichte wird helfen, die Dynamik der Gegenwart zu klassifizieren, um mögliche zukünftige Tendenzen genauer abzuleiten. 

Diesen Ansatz wählen wir bei Schlossberg&Co. Auf einer soliden, theoretische und ganzheitlichen Grundlage studieren wir das Phänomen des Geldes. Ausgangspunkt für uns, aber auch unserer Kunden und Interessierte ist der Monetary Graph von Schlossberg&Co. Während die erste Folie Geld als soziales Phänomen in einen breiten Kontext stellt, lässt sich über die einzelnen Themenfolien tiefer in die Materie eintauchen.

Der Monetary Graph soll dabei helfen, das Phänomen Geld, dessen Wechselwirkung mit der realen Welt und letztlich auch dessen Entwicklungen und Folgen für die eigene Vermögenentwicklung besser zu verstehen. Gerade in turbulenten Zeiten wie den unsrigen, ist eine profunde Analyse essentiell, geht es doch um den Schutz des eigenen Geldes und Vermögens und letztlich der eigenen Person und Familie. 

Kunden, Interessierte und Neugierige sollen dabei jedoch nicht alleine gelassen werden. Die Komplexität des Monetary Graph werden wir als Schlossberg&Co in zahlreichen Veranstaltungen, Vorträgen und Webinars verständlich aufschlüsseln. Dabei geht es nicht bloss um realitätsferne, langweilige Finanzkurse, sondern um erkenntnisreiche, interaktive Zusammenkünfte, die organisch eine Bewegung, das Money Movement, vorantreiben sollen. Denn in der Interaktion mit dem Kunden und potenziellen Neukunden und dem Erforschen des Phänomen Geldes übersetzen wir theoretisch-praktischen Erkenntnisse in eine zukunftsgerichtete Anlagestrategie, die einem auch die schwierigsten Zeiten erfolgreich überstehen lässt.


Forschungskontakt
Schlossberg&Co
research@schlossbergco.com
+41 44 586 30 60

Neueste Forschung

Unser Finanzsystem wirklich verstehen: Schattenbanken

28. Mai 2020

Unser Finanzsystem wirklich verstehen: Die gängige Sicht

28. April 2020

Unser Finanzsystem wirklich verstehen: ein System?

16. April 2020

Unser Finanzsystem wirklich verstehen

15. April 2020

Die Zukunft des Geldes: Wertloses Geld versus reale Werte

9. März 2020

Die Zukunft des Geldes: Verschiedene Arten von Basisgeldern

3. März 2020

Die Zukunft des Geldes: Privater Geldwettbewerb

28. Februar 2020

Die Zukunft des Geldes: Ein Entwertungskampf der nationalen Währungen

25. Februar 2020

Ausgeklügelte Investmentstrategie mit Bitcoin-Bias: Teil 2 von 2

20. Januar 2020

Ausgeklügelte Investmentstrategie mit Bitcoin-Bias: Teil 1 von 2

5. Januar 2020

Bitcoin: Metastase einer Meta-Idee

11. Dezember 2019

Schuldenzyklen. Digitale Assets.

10. Juli 2019

Konflikt der Protokolle - Krieg des digitalen Zeitalters

5. April 2019

Skalierbarkeit, Zentralisierung und andere Herausforderungen der Bitcoin Blockchain

11. April 2018

Die Blockchain ist veraltet - was kommt danach?

11. Februar 2018

Krypto: Tulip Mania 2.0 oder mehr?

1. November 2017
Das Neueste in der Finanz-Technologie Forschung. 
Lesen